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„Heiße“ Vertreterversammlung im Caritashaus

Würzburg. Bei hochsommerlichen Temperaturen tagte Im Würzburger Caritashaus die Vertreterversammlung des Caritasverbands für die Diözese Würzburg und setzte nach intensiven Beratungen die entscheidenden Akzente für die Caritasarbeit in Unterfranken.

Bei hochsommerlichen Temperaturen, die an der Eingangstür zum Caritashaus nicht Halt machten, stellten Prof. Dr. Thomas Schmidt, Prof. Dr. Dr. Michael N. Ebertz und Lucia Segler von der Hochschule Freiburg im Rahmen des Verbandsentwicklungsprozesses die Studie „Spiritualitäten als Ressource für eine dienende Kirche vor“.

Verbandsentwicklung mit Reichweite

Schmidt rief nochmals das großangelegte Projekt der Verbandsentwicklung in Erinnerung, skizzierte die Visionen, benannte Meilensteine und stellte den Frauen und Männern der Caritas bereits Erreichtes vor. Auch die repräsentative Befragung von 5600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nun als Buch vorliege, sei eines der erreichten Ziele. „Das ist aber nicht das Ende dieses Projektes, sondern erst der Auftakt“, unterstrich Schmidt, denn jetzt gehe es darum, die Ergebnisse auch im Sinne der Verbandsentwicklung zu nutzen.

Spannende Ergebnisse

Eine kleine Auswahl an Resultaten stellten Prof. Dr. Dr. Michael N. Ebertz und Lucia Segler vor und erläuterten damit den ungewöhnlichen Plural im Titel der beim Echter-Verlag veröffentlichten Studie „Spiritualitäten als Ressource für eine dienende Kirche“. Es gäbe keine einheitliche Spiritualität bei der Caritas, sondern eine beträchtliche Vielfalt. Ganz grundsätzlich sähe die große Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Bereiche „Religion“ und „Spiritualität“ als Privatsache an. „Hier zeigt sich der gesamtgesellschaftliche Trend zur Privatisierung und Individualisierung“, führten die Freiburger Wissenschaftler aus. Gleichzeitig brächten aber 74 Prozent der Frauen und Männer im Dienst der Caritas ihre Arbeit und Gott in einen engen Zusammenhang. Auffällig sei auch eine Alterstreppe, auf der Einstellungen klar gegeneinander abgegrenzt werden könnten. Jungen Leuten fehlen weithin die Bezüge zur verfassten Kirche; Glaube und Spiritualität erscheinen ihnen nicht so wichtig für die eigene Lebensbewältigung.

Dass die Studie Stoff zur Diskussion bietet, zeigten zahlreiche Rückmeldungen aus dem Kreis der Versammelten. Unter anderem wünschen sich Mitarbeiter eine gerechte Entlohnung, das belegt die Studie. Was dies aber heiße, sei zu diskutieren. Hier müsse sich die Caritas auch in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen, um das Image sozialer Berufe insgesamt aufzuwerten, forderten mehrere Redebeiträge. Landtagspräsidentin Barbara Stamm betonte, dass das Ringen um „Gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ gelingen müsse. Frauen seien oft schlechter gestellt, weil sie angeblich im „falschen“ Beruf arbeiteten.

Auch die Wertschätzungskultur ist den Befragten, die repräsentativ für alle Mitarbeiter der Caritas stehen, sehr wichtig. Sie bezieht sich auf den Umgang mit Klienten und Patienten, aber auch auf den Umgang der Leitungsebenen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Angesichts knapper zeitlicher Ressourcen sei dies eine besondere Herausforderung, denn wertschätzende Aufmerksamkeit benötige Zeit.

„Trotz aller Herausforderungen zeigt die Studie auch, dass die große Mehrheit der Mitarbeiter mit Herzblut bei der Sache ist und gerne bei der Caritas arbeitet“, sagte Prof. Ebertz.

Die Studie hat Potential, bundesweit

„Wir werden die Studie weit streuen, denn sie hat großes Potential, weit über die Diözese Würzburg und weit über die Caritas hinaus“, betonte Domkapitular Clemens Bieber. „Uns ist klar, dass wir damit aus Sicht mancher Bischöfe ein ganz heißes Eisen angepackt haben.“ Bieber dankte Bischof Friedhelm für die große Offenheit. Unserem Bischof gehe es zum Glück nicht um die Verfestigung eines normativen katholischen Profils, sondern darum, Menschen die Möglichkeit zu geben, am Liebeswerk Gottes mitarbeiten zu können. Das sei der Auftrag der Caritas. Nicht die Verschärfung der Grundordnung, sondern die Einladung an jene, die sich mit dem Auftrag der Caritas identifizierten, sei der richtige Ansatz.

Wahlen zur Vertreterversammlung des Deutschen Caritasverbandes

Aus dem Bistum Würzburg werden nach Wahl Sr. Lydia Wießler (Erlöserschwestern), Anke Schäflein (Caritasverband Haßberge) und Dieter Fuchs (Caritasverband Aschaffenburg) die Interessen der unterfränkischen Caritas in der Vertreterversammlung des Deutschen Caritasverbandes (DCV) wahrnehmen. Alle drei Kandidaten haben sich auf Bundesebene in der Caritasarbeit bewährt und wurden mit großer Mehrheit erneut für diese Aufgabe gewählt.

Rudolf Hoffmann neuer Geschäftsführer der Caritas-Schulen

Rudolf Hoffmann stellte sich als neuer Geschäftsführer der Caritas Schulen gGmbH vor. Nach guter Einarbeitungsphase durch Manfred Steigerwald, der in den Ruhestand wechselt, leitet der gelernte Berufsschullehrer zukünftig die Geschicke der Caritas Schulen, dem größten nicht-öffentlichen Träger im Bildungsbereich Unterfrankens. Hoffmann war zuvor Leiter der staatlichen Berufsschule Bad Kissingen.

Neue Caritasdirektoren

Die neuen Caritasdirektoren, Pia Theresia Franke und Dr. Wolfgang Kues beginnen im Herbst ihren Dienst im Würzburger Caritashaus und stellen sich auf der Vertreterversammlung im November vor. „Wir sind dankbar für die gute Arbeit der Personalkommission des Caritasrates“, sagte Domkapitular Bieber und berichtete von knapp 80 Bewerbungen aus dem ganzen Bundesgebiet, die eingegangen seien. Mit Franke und Kues habe sich die Kommission für zwei erfahrene und bundesweit anerkannte Caritäter entschieden, die überdies auch biografische Bezüge zu Würzburg hätten.

Gedenken an Karl-Heinz Hein-Rothenbücher

Mit einer Minute der Stille gedachte die Vertreterversammlung des am 19. Juli unerwartet verstorbenen Karl-Heinz Hein-Rothenbücher. Hein-Rothenbücher war als Geschäftsführer des Missionsärztlichen Instituts über Jahre hinweg Mitglied der Vertreterversammlung und bereicherte die Zusammenkünfte durch seine leidenschaftliche Art.